ebs records - Doppel CD

Ersteinspielung | First Recording

Georg Metzger
Flötenkonzerte | The Flute Concertos

Johannes Hustedt – Flöte | flute
Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim
Sebastian Tewinkel – Leitung | conductor

Werke von Georg Metzger (1746-1794)

 


Mit Georg Metzger wurde ein Komponist des 18. Jhs. neu entdeckt, bei dem eine Gesamt-Ersteinspielung seiner stilistisch vielfältigen Flötenkonzerte wirklich lohnt. Der in Philippsburg bei Karlsruhe geborene Johann Georg Metzger (1746-1794), Komponist und Flötist der Mannheimer Hofkapelle, war seinerzeit hochangesehen und geachtet. Seine zwischen 1779 und 1787 komponierten bzw. verlegten Flötenkonzerte, also überwiegend nach dem Umzug des Mannheimer Hofes 1778 nach München und der Zusammenlegung der Mannheimer mit der Münchner Hofkapelle, zählen zu den spätesten der Mannheimer Schule. Sie sind von Offenheit für unkonventionelle Wendungen, Spontaneität und klanglicher Experimentierfreude geprägt. Anders als bei den Werken seines Lehrers Johann Baptist Wendling und zahlreichen anderen Flötenkonzerten der Mannheimer Zeit tritt das Orchester aus seiner begleitenden Rolle heraus und ist der Soloflöte ein gleichwertiger Partner.

„An diesem Künstler bewunderte man vorzüglich seinen schönen, runden, gefälligen,
süßen Flötenton, seine Leichtigkeit in Behandlung dieses Blasinstrumentes, seine Fertigkeit, kurz seine Kunst, in der ihm sehr wenige gleichkamen, ihn vielleicht noch niemand übertraf.“

Über Georg Metzger in Felix Joseph Lipowsky: Baierisches Musik-Lexicon (München 1811)


*** Nominiert für die Bestenliste beim Preis der deutschen Schallplattenkritik ***

„Es ist schon eine Pioniertat, die Johannes Hustedt gemeinsam mit Sebastian Tewinkel und dem Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim unternommen hat. Erstmalig liegt eine Einspielung sämtlicher Flötenkonzerte Georg Metzgers vor, acht an der Zahl. Schon das geschwinde und rhythmisch akzentuierte Thema des ersten Satzes vom 1. Konzert, op. 2, nimmt den Hörer mit. Es ist leicht zu fassen und erzeugt eine gelöste Atmosphäre. Cantabel, singbar ist das. Eine virtuose Überrumpelung findet nicht statt. Vorzüglich ausgewogen sind die dynamischen Verhältnisse, auch in den dichteren, chromatischen Passagen der letzten beiden Konzerte bleibt die Transparenz erhalten.“

Jens Wehn, Badische Neueste Nachrichten, 31.01.2022

„eine Welt verschiedenster Stimmungen und Leidenschaften, mit Schwung, Frische und Tiefgang gespielt, originell, klingt einfach wunderschön.“
Jennifer Warzecha, Wochenjournal Durlach, 11.02.2022

„ein Hinhörer bis zum letzten Ton“
Marc Treue, Hochschule für Musik Karlsruhe, 08.02.2022

„Diese Musik verbindet das Tiefgründige mit Leichtigkeit, Anmut und Schön­heit.“
Philippsburger Stadtanzeiger, 04.03.2022

„unglaubliche Freude und Begeisterung“
Pforzheimer Kurier, 16.03.2022

„Dynamische Kontraste auf engstem Raum, melodische Erfindungskraft und überraschende harmonische Einfälle - zusammen mit wissenschaftlich fundierten Einführungen von Hustedt im Booklet.

Metzgers Konzert G-Dur op.2 beispielsweise beeindruckt im Allegro durch flottes Solisten-Laufwerk, das Hustedt mit geradezu fröhlicher Leichtigkeit präsentiert. Ein vom Orchester fein unterlegtes, breit ausgezogenes, lyrisch melodiöses Adagio folgt. Das betont tänzerische Rondo ist mit rasant hüpfenden Solopassagen garniert.

In den Konzert-Interpretationen der Südwestdeutschen mit Hustedt sind der frische, durchgehend cantable Orchester-Duktus zu loben, auch die großen virtuosen Sprünge und zelebrierten Flöten-Tremoli sowie die schönen (teilweise von Hustedt selbst einfühlsam komponierten) Solo-Kadenzen.

Die technische Reproduktionsqualität dieser Ersteinspielung ist makellos. Wer die Musik der Mannheimer Schule exemplarisch hören möchte, liegt mit dieser Doppel-CD richtig.“
Eckehard Uhlig, Pforzheimer Zeitung, 08.04.2022



Die Entdeckung Georg Metzger

Als mein Blick beim Sichten eines Notenstapels mit Flötenkonzerten von Komponisten des Mannheimer Hofes unerwartet auf einige alte Erstdrucke Georg Metzgers fiel, zogen sie mich schlagartig in ihren Bann. Obwohl dieser Komponist mir bis dahin völlig unbekannt war, empfand ich sofort eine große Vertrautheit zu ihm und seiner Musik. Zu diesem Zeitpunkt war mir noch nicht bewusst, welche Entdeckung ich gemacht hatte.

Mit näherer Beschäftigung berührte mich vor allem die Aufrichtigkeit als besondere Qualität seiner Kompositionen. Er stellt nicht, wie in Flötenkonzerten des 18. Jahrhunderts häufig anzutreffen, die Virtuosität des Solisten in den Vordergrund, sondern es geht ihm vor allem darum, die vielschichtigen Beziehungen und klanglichen Möglichkeiten zwischen Solopart und Orchester auszuloten. Gleichzeitig sind seine Konzerte voller Experimentierfreude und origineller Ideen: Jedes ist ein Unikat und eröffnet neue unverwechselbare Klangeindrücke.

Ein bewegendes Ereignis war für mich, seine Flötenkonzerte heutzutage wieder aufführen zu können und die Musik, die ich bisher nur innerlich hörte, öffentlich erklingen zu lassen. Dabei erlebte ich, dass Kenner und Liebhaber sich gleichermaßen von Metzger angesprochen fühlten (und sogar einige von ihnen seine Melodien in der Konzertpause vor sich hin pfiffen).

Es war beglückend zu spüren, dass immer mehr Menschen meine Begeisterung für Georg Metzger teilten und sich von seiner Musik inspirieren ließen. Daraus erwuchs die Idee, diesen Komponisten mit der hier vorliegenden Gesamteinspielung seiner acht Flötenkonzerte überhaupt erstmalig auf CD zu präsentieren und ihm damit eine neue zeitgemäße Lebendigkeit zu verleihen.

Johannes Hustedt


 

Das ausführliche Booklet beinhaltet eine Neufassung des Aufsatzes:

Johannes Hustedt, Die Flötenkonzerte von Georg Metzger und ihre Einordnung in die Entwicklung der „Mannheimer Schule“
in: Boje E. Hans Schmuhl (Hrsg.), Flötenmusik in Geschichte und Aufführungspraxis zwischen 1650 und 1850
Augsburg 2009 (Michaelsteiner Konferenzberichte, Bd. 73)

Mit Beiträgen von Rachel Brown, Dieter Gutknecht, Johannes Hustedt, Gisa Jähnichen, Hermann Jung, Klaus-Peter Koch, Joachim Kremer, Hartmut Krones, David Lasocki, Dorothee Oberlinger, Ute Omonsky, Karsten Erik Ose, Peter Reidemeister, Ralph-Jürgen Reipsch, Wilhelm Seidel und Nikolaj Tarasov



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